The German government will add about 1,3 billion DM (500 million US$) to the public study allowance for German university students (Bafoeg), boosting the total Bafoeg budget by nearly 50% compared to 1998. The new Bafoeg law has passed the German parliament last Friday after second and third reading and will come into effect on April 1.

BERLIN --Die Bundesregierung wird für die Reform der Ausbildungsförderung rund 1,3 Milliarden Mark jährlich zusätzlich für die Förderleistungen bereitstellen. Die Ausgaben werden damit gegenüber 1998 insgesamt um fast 50% erhöht. Das neue Bundesausbildungs-förderungsgesetz (BAföG), das zum 01. April 2001 das in Kraft treten wird, war am vergangenen Freitag vom Deutsche Bundestag in zweiter und dritter Lesung beschlossen worden.

Die Reform war notwendig geworden, da sich sowohl die Gesamtzahl der der Bafoeg-Empfänger als auch die Zahl der Studienanfänger in wichtigen Disziplinen, wie z.B. den Natur- und Ingenieurwissenschaften, in den letzen 5- 8 Jahren erheblich verringert hatte. "Wir brauchen in Deutschland wieder mehr Studierende", betonte Bildungsministerin Bulmahn. Bei der Zahl der Studienanfänger liege Deutschland heute mit einem Anteil von 28 % deutlich unter dem internationalen Durchschnitt. In den USA würden 44 % aller Jugendlichen nach der Schule ein Studium beginnen, in Finnland sogar 58 %. Die Zahl der BAfög- Empfanger war zwischen 1993 und 1998 von 408.000 auf 225.000 gesunken.

Mit dem neuen Gesetz werden mehr als 80.000 junge Menschen zusätzlich Anspruch auf BAföG erhalten. Bulmahn hob vor dem Bundestags nochmals die Kernpunkte ihrer Reform, darunter die Anhebung der Bedarfssätze und Verbesserungen und Vereinfachungen beim Freibetragssystem, hervor:

  • Alle Bedarfssätze werden deutlich angehoben. Der Höchstsatz wird von 1.030 DM um ca 10% auf künftig 1.140 DM steigen

  • Das BAföG wird internationaler: EU-weite Mitnahmemöglichkeit des BAföGs nach zwei Semestern Studium in Deutschland bis zum Studienabschluss

  • Stärkung der Interdisziplinarität: Masterstudiengängen sind künftig generell förderungsfähig, wenn sie einen Bachelorstudiengang - auch interdisziplinär - ergänzen

  • Kindergeld wird künftig nicht mehr angerechnet

  • Das Freibetragssystem vereinfacht sich; die für die anrechenbaren Einkommen maßgeblichen Freibeträge werden dabei angehoben

  • Die Förderleistungen in neuen und alten Bundesländern werden nun, mehr als 10 Jahre nach der deutsch-deutschen Vereinigung, vereinheitlicht.

  • Mit einer Anhebung des nachweisabhängigen Wohnzuschlages für auswärts wohnende Auszubildende auf 125 DM wird vor allem den überproportional hohen Mietkosten in Ballungsräumen Rechnung getragen

  • Dauerhafte Regelung einer Hilfe zum Studienabschluss

  • Bessere Berücksichtigung studienzeitverlängernder Kindererziehungszeiten: Ausdehnung auf Kinder bis zum 10. statt 5. Lebensjahr unb weitergehende Berücksichtigung gerade auch in den ersten 3 Lebensjahren

  • Begrenzung der Gesamtdarlehensbelastung bei 20.000 DM, um die Belastung einkommensschwacher Studienanfänger transparent und kalkulierbar zu gestalten und sie nicht durch unübersehbare Schuldenlasten abzuschrecken

Details und Rechenbeispiele findet man jetzt beim BMBF. Das Bildungsministerium kündigte darüber hinaus eine breit angelegte Informationskampagne zum neuen BAföG an.