University rankings are common in many English-speaking countries, but not so in Germany. Ever since the release of the first ranking in 1989, they have been criticised, especially within the scientific community. The argument goes that Germany's heterogeneous and complex university system does not readily compare to the anglo-american university system. But, on the other hand, rankings can be a guideline for those freshmen who want to select a specific university because it matches their own criteria. Later, rankings can also serve as a useful tool for graduate students or postdocs to assess a university's "reputation" across the country.

Gero Federkeil from the Centrum für Hochschulentwicklung (Centre for University Development, CHE) is involved in the CHE's annual ranking of the 25 most popular programs, from humanities to biology, in Germany. He discusses the methods used and the advantages of university rankings for Next Wave.

Wer sich nach dem Abitur für das Studieren entschieden hat, steht häufig vor der Frage: an welcher Hochschule bin ich in meinem Fach am besten aufgehoben? Dies gilt unabhängig vom Studienfach. Wer Fächer mit einem Numerus Claus studieren will, dem nimmt die Zentralstelle für Studienplatzvergabe (ZVS) zwar die letztendliche Entscheidung über den Studienort ab, aber immerhin kann und muß man Präferenzen angeben.

Bei der Entscheidung über den Studienort gibt es bei Arbeitsämtern und in Schulen kaum Informations- und Beratungsangebote. Eine erste Überlegung ist dann natürlich die Nähe zum Wohnort. Manches spricht ja auch dafür, in der Heimat zu studieren: Freunde, Familie und nicht zuletzt die Dienstleistungen des ?Hotel Mama." So verwundert es kaum, daß bei 85% aller Studierenden in Deutschland die Hochschule nicht mehr als 30 Kilometer entfernt zum Elternhaus liegt.

Hinzu kommt, daß die Bildungspolitik in Deutschland lange Zeit das Bild pflegte, die deutschen Hochschulen seien alle gleich (gut), es mithin keinen großen Unterschied mache, wo man studiert. Gleichzeitig weiß natürlich jeder, der die Hochschulen von innen kennt, daß es Unterschiede gibt - im Profil wie in der Qualität. Ein kurzer Blick auf einige Zahlen zeigt das: Während z.B. die mittlere Studiendauer in der Informatik 1998 an einigen Hochschulen (z.B. TU Cottbus, TU Chemnitz, Uni Bremen) knapp über 10 Semester lag, brauchten die Studierenden an anderen Hochschulen (z.B. Uni Hamburg, Uni Saarbrücken) gute zwei Jahre länger, um ihr Studium abzuschließen. In manchen anderen Fächern (z.B. bei angehenden Germanisten) sind die Unterschiede noch größer!

Vergleichende Informationen über Studienbedingungen, Ausstattung und Lehrangebot sind für Abiturienten bzw. Studienanfänger aber nur schwierig zu finden. In den USA und in Großbritannien gibt es seit langer Zeit Rankings, die eine Reihe von Kennzahlen der Hochschulen vergleichen, die genau dieses Informationsbedürfnis befriedigen wollen. Meist werden diese von großen Zeitungen oder Zeitschriften herausgegeben. In Deutschland machte 1989 der Spiegel den Anfang, in den Folgejahren folgten weitere Magazine wie Capital oder Focus.

Das umfangreichste Ranking, das jährlich fortgeschrieben wird und die ca. 25 am häufigsten studierten Fächer umfasst, wird vom CHE - Centrum für Hochschulentwicklung in Kooperation mit der Zeitschrift ?stern" durchgeführt. Alle Daten des Rankings sind im Internet frei zugänglich.

Was können Rankings leisten? Wie müssen sie konzipiert und gestaltet sein, um Studieninteressenten relevante Entscheidungshilfen liefern zu können? Und: wo liegen ihre Grenzen? Um mit dem letzten anzufangen: Hochschulrankings können niemandem die Entscheidung abnehmen. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle bei der Auswahl der Hochschule und des Studienortes. Und nur ein Teil davon hängt unmittelbar mit der Hochschule zusammen. Daneben - oder sogar davor? - spielt die Attraktivität der Stadt eine Rolle, weiter das soziale Umfeld, die finanziellen Möglichkeiten und vieles mehr.

Hinzu kommt, daß sich die Vorlieben und Präferenzen bei der Wahl der Hochschule unterscheiden. Angehende Forscher legen Wert auf die Leistung und das Renommée ihrer künftigen Hochschule in der Forschung, andere studieren gerne an einer kleinen überschaubaren Hochschule mit einem engen Verhältnis von Professoren und Studierenden, während wiederum andere Wert auf ein breites Lehrangebot an einer großen Hochschule mit internationalem Flair legen.

?Die beste" Hochschule für alle Studienanfänger gibt es nicht. Das muß ein Hochschulranking berücksichtigen, wenn es Entscheidungshilfen geben will. Um dies zu gewährleisten, müssen Rankings differenziert und zielgruppenorientiert vorgehen.

Hierzu gehören mehrere Elemente:

  • Ein Ranking kann sich nicht auf ganze Hochschulen beziehen, sondern muß immer einzelne Fächer als Bezugsgröße haben. Eine Hochschule mit einer guten Physik muß nicht auch in Geschichte zu den besten gehören. So zählt im Ranking von CHE und stern beispielsweise die TU Dresden in der Physik im Gesamturteil der Studierenden zur Spitzengruppe, in Geschichte liegt sie hingegen in der Schlußgruppe.

  • Auch innerhalb eines Faches kann kein Gesamtwert aus irgendwie gewichteten und miteinander verrechneten Einzelindikatoren gebildet werden. Es darf zum Beispiel ein Indikator wie ?Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden" nicht mit dem Indikator ?Forschungsintensität" zusammengeworfen werden. Die Gewichtung von Einzelindikatoren in einem Gesamtindikator bleibt letztlich immer willkürlich und geht darüber hinweg, daß sich die Entscheidungspräferenzen von Studienanfängern unterscheiden.

  • Ein seriöses Ranking verzichtet darauf, wie in einer Bundesligatabelle einzelne Rangplätze zu vergeben. Ein solches Vorgehen ist zwar medienwirksam (Wer ist der erste? Wer ist ?nur" der vierte?), suggeriert aber Qualitätsunterschiede, die nicht gegeben sind, wenn sich die Zahlenwerte eines Indikators nur geringfügig unterscheiden. Das Ranking von CHE und stern ordnet die Hochschulen in jedem Indikator nur Ranggruppen zu: Es gibt eine Spitzen-, eine Mittel- und eine Schlußgruppe.

  • Ein Ranking muß die Situation an den Hochschulen aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Neben Urteilen über Hochschulen muß es auch objektive Daten bzw. Fakten umfassen und Urteile sollten nicht nur von einer Personengruppe stammen. Die subjektive Sicht von Professoren und Studierenden auf die Bedingungen an ihrer Hochschule sind ein wichtiger Baustein, bilden aber nur eine Seite der Medaille ab: Daneben müssen auch Fakten wie Studienzeiten, Abschlußnoten, Mittel für Tutoren etc. abgebildet werden. Und die Sichtweise von Professoren und Studierenden kann sich mitunter deutlich unterscheiden.

  • Wenn Rankings diese methodischen Grundstandards befolgen, sind sie in der Lage, zusammen mit anderen Informationsmaterialien (wie z.B. Studienordnungen) entscheidungsrelevante Informationen für Studieninteressenten zu liefern, die bei der Wahl der Hochschule helfen - vorausgesetzt, die Informationen sind auch entsprechend aufbereitet.

    Rankings können natürlich nicht beanspruchen, alleinige Entscheidungsgrundlage zu sein. Denn neben den Bedingungen und der Leistungsfähigkeit werden auch Faktoren eine Rolle spielen, die nicht unmittelbar mit der Hochschule selbst verknüpft sind. Rankings haben in Deutschland aber auf jeden Fall dazu beigetragen, den Blick für Unterschiede zwischen den Hochschulen zu schärfen. Auch wenn die Nähe zum Heimatort für einen großen Teil der Studienanfänger nach wie vor der wichtigste Faktor bei der Wahl des Studienortes ist, werden die Ergebnisse von Rankings von vielen Studierenden doch zumindest mit herangezogen. Die Erfahrungen mit vorliegenden Rankings haben beispielsweise gezeigt, daß in Numerus Clausus-Fächern die Zahl der Bewerber nach Veröffentlichung von Ranking-Ergebnissen an den Hochschulen zugenommen haben, die gut abgeschnitten haben, während die schlechteren Hochschulen Rückgänge zu verzeichnen hatten.