Klarstellung zu Fristverträgen kommt ins HRG


Modellstudiengang ?Hochschul- und Wissenschaftsmanagement" ausgeschrieben


?1stein" - neues BMBF-Magazin

Klarstellung zu Fristverträgen kommt ins HRG

Im Streit um die Fristverträge für den wissenschaftlichen Nachwuchs zeichnet sich eine Ämderung ab: die Novelle des Hochschulrahmengesetzes (HRG) wird um eine Klarstellung erweitert. Dies kündigte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn nach mehreren Expertenrunden im Ministerium an.

Sie wolle damit ?ein positives Signal" an jene jungen Wissenschaftler senden, ?die auf Grund von Fehlinformationen und zum Teil unsachlicher Diskussionen in den letzten Monaten verunsichert worden sind", sagte Bulmahn. ?Jeder, der seine Promotion oder Habilitation nach dem alten Gesetz begonnen hat, kann sie auch in angemessener Zeit zu Ende führen." Sie habe bereits darauf hingewiesen, daß das Arbeitsrecht denjenigen, die sich in der Qualifikationsphase befinden, die Möglichkeit gibt, diese Phase auch in angemessener Zeit abzuschließen. Jetzt werde es noch mal eindeutig im Hochschulgesetz verankert. ?Ich will damit jegliche Interpretationsspielräume zu Lasten der Nachwuchswissenschaftler ausschließen", so Bulmahn.

Eine Stichtagsregelung werde klarstellen, daß wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiter, die ihre Tätigkeit vor dem Inkrafttreten des Gesetzes am 23. Februar 2002 aufgenommen haben, weiter mindestens bis zum 28. Februar 2005 befristet beschäftigt werden können. Dies soll nach den Worten von Bulmahn auch dann gelten, wenn die neue Qualifikationszeit von sechs beziehungsweise zwölf Jahren überschritten wird bzw. wurde.

Forderungen nach einer weiteren erheblichen Ausweitung der Fristvertrags-Praxis in Hochschulen und Forschung erteilte Bulmahn eine klare Absage. Eine Umgehung des Kündigungsschutzes werde es mit der SPD nicht geben, sagte die Ministerin. Hintergrund sind Forderungen der Grünen und des Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft (WGL), Hans-Olaf Henkel, nach mehr Fristverträgen in der Wissenschaft.

?Befristete Arbeitsverträge vom Berufseinstieg bis zur Rente können nicht zum Normalfall für die Lebensperspektive von jungen Wissenschaftlern werden", sagte Bulmahn. Das neue Gesetz schaffe für die Wissenschaft die notwendige Flexibilität. ?Das heißt, daß die Wissenschaftler nach ihrer Qualifikationsphase von zwölf Jahren mit Hochschulen und Forschungsinstituten befristet Arbeitsverträge abschließen können, wie es nach dem allgemeinen Arbeitsrecht auch vorgesehen ist", stellte Bulmahn klar. Eine Sonderreglung für den wissenschaftlichen Arbeitsmarkt könne und werde es jedoch nicht geben.

Um den Interpretationsraum des Gesetzes durch die Verwaltungen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen einzugrenzen, soll in Kürze eine Handreichung zum neuen HRG zur Verfügung gestellt werden.

Modellstudiengang ?Hochschul- und Wissenschaftsmanagement" ausgeschrieben

An deutschen Hochschulen besteht nach Ansicht des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft nicht nur dringender Bedarf an Reformen, sondern auch an professionellen Hochschulmanagern. Aus diesem Grund hat der Stifterverband in einer Ausschreibung die deutschen Hochschulen aufgefordert, bis zum 15. Juni 2002 Konzepte für einen ?Modellstudiengang Hochschul- und Wissenschaftsmanagement" vorzulegen.

?In einem auf Autonomie und Selbstverwaltung ausgerichteten Hochschulsystem ist es anachronistisch und gänzlich unzureichend, Hochschulverwaltungen mit Laufbahnbeamten ohne ausreichende Managementerfahrung zu besetzen", sagte der Präsident des Stifterverbandes, Dr. Arend Oetker, anläßlich der Bekanntgabe der Ausschreibung.

Über die eingereichten Konzepte, die Angaben zur Marktanalyse, Curriculum, Finanzierung, Stellen- und Busineßplan sowie Kooperationspartner enthalten müssen, wird ein Expertenrat mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft entscheiden. Insgesamt stehen ? 500.000 für das Vorhaben zur Verfügung. Die Anschubfinanzierung wird für die Dauer von drei Jahren gewährleistet.

?1stein" - neues BMBF-Magazin

?1stein" ist der Name des neuen Magazins, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung herausgegeben wird. Lesen sollten das Magazin alle, die mehr über Bildung und Forschung wissen wollen -- Studierende, Lehrer, Wissenschaftler und Unternehmer, so Ministerin Edelgard Bulmahn bei der Vorstellung der ersten Ausgabe. ?Ziel ist es, mit spannenden Fotoreportagen, Portraits und Hintergrundberichten für die Welt von Bildung und Forschung zu begeistern", erklärte die Ministerin. Das Magazin ?1stein" ist kostenlos zu bestellen bei: Per Post: BMBF, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 30 02 35, 53182 Bonn. Per Telefon: 01805-262302 (? 0,12 pro Minute) oder per E-mail: books@bmbf.bund.de