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Seit 1998 habe ich meine Naturheilpraxis vor den Toren Hamburgs. Ursprünglich hatte ich den Beruf der Zahnarzthelferin erlernt und mich dann 14 Jahre um meinen schwerstmehrfach behinderten Sohn gekümmert. Er war der Auslöser zu meinem Berufswechsel, da er häufig wiederkehrende Atemwegserkrankungen hatte und diese mit Antibiotika behandelt wurden. Die Folge waren Magen- und Darmstörungen. Es war ein Teufelskreis. Irgendwann stieß ich auf die Homöopathie, behandelte meinen Sohn mit homöopathischen Mitteln und nach kurzer Zeit ging es ihm zumindest gesundheitlich gut. Ich war von der Methode so beeindruckt, daß ich mich entschloß, eine Ausbildung zu machen.

In Deutschland gibt es neben dem Mediziner einen zweiten, selbstständigen Heilberuf: den des Heilpraktikers. Dazu benötigt man eine zwei- bis dreijährige schulische Ausbildung mit anschließender amtsärztlicher Überprüfung bei dem zuständigen Gesundheitsamt. Parallel zu dieser Ausbildung machte ich noch eine Zusatzausbildung in Homoöpathie. 1998 war es dann soweit -- ich konnte meine Praxis eröffnen.

Während der Betreuung meines Sohnes und meiner Ausbildung zur Heilpraktikerin hatte ich wöchentlich sechs Stunden Zahnpflege und Ernährungslehre in Hamburger Schulen unterrichtet. Diese Kontakte kamen mir nun zugute, denn daraus ergab sich in meiner Praxis ein Schwerpunkt in der Behandlung von Kindern mit Hyperaktivität und Allergien. Diese Kinder behandele ich folgendermaßen:

Nach eingehender Anamnese stelle ich häufig fest, daß diese Kinder im Kleinkindalter wiederkehrende Mittelohrentzündungen o.ä. hatten, die mit Antibiotika behandelt wurden. Das hat zur Folge, dass sich im Darm hohe Candida-Pilz-Ansiedlungen befinden. Diese beeinflussen den Kohlenhydrat-Stoffwechsel, so daß Heißhungerattacken auf Süßigkeiten entstehen. Die Blutzuckerkonzentration gerät dadurch stark ins Schwanken, worauf hyperaktive Kinder mit starker Unruhe reagieren können. Die Candida-Pilze wandeln den Zucker in Einfachalkohol um. Vereinfacht beschrieben haben diese Kinder die gleichen Probleme wie Alkoholiker. Die Kinder reagieren, in abgeschwächter Form, wie Alkoholiker, die auf Entzug sind, wenn ihre Blutzuckerkonzentration fällt.

Ob ein vermehrter Candida-Pilzbefall vorliegt, teste ich mit der Elektro-Akupuntur nach Dr. Voll (EAV) aus. Dabei werden die Hautwiderstände an den Meridianendpunkten von Fingern und Zehen gemessen. Mittels einer Testampulle, die an das Gerät angeschlossen wird, kann ich feststellen, ob eine Candida-Belastung vorliegt. Allergien werden nach dem gleichen Verfahren festgestellt. Wenn bei den Patienten eine Pilzbelastung festgestellt wird, behandele ich diese mit einer homöopathischen Symbioselenkung des Darmes sowie einer zuckerfreien Diät. Nach drei bis vier Tagen stellen die Eltern wesentliche Verbesserungen im Verhalten ihrer Kinder fest. Die Kinder sind im allgemeinen schnell bereit, ohne Zucker zu leben, da sie sich besser fühlen.

Drei Wochen später sind bei fast allen Patienten die Werte in Ordnung. Zum Aufbau der Darmflora werden nun physiologische Darmbakterien über weitere drei Wochen eingenommen. Gleichzeitig werden maskierte (versteckte) Allergien getestet. Dies sind meistens Weizen-, Ei- und Milchallergien. Diese werden durch Weglaßdiät über drei Wochen, sowie einer wöchentlichen Bioresonanz-Therapie (Gegenschwingungen des Allergens, die dem Patienten mittels Elektroden zugeleitet werden.) behandelt.

Wenn alle Allergien, Pilze und eventuell vorhandene Parasiten behandelt wurden, bekommt das Kind ein homöopathisches Hochpotenz- oder Komplexmittel, das ich wieder mit dem EAV-Gerät austeste. Zum Nervenaufbau werden täglich 2 AFA-Algen-Tbl.und Leinsamenöl-Kapseln eingenommen.

Sollten die Patienten schon auf Ritalin o.ä. eingestellt sein, wird die Medikation bis zu den nächsten Ferien beibehalten. In den Ferien wird Ritalin nicht eingenommen .Ca.80% meiner Patienten benötigen nach den Ferien kein Ritalin mehr. Zum Abschluss meiner Behandlung wird noch eine Ausleitung der Gifte verordnet. Die Kinder bekommen hierzu homoöpathische Mittel, welche Leber, Niere und das Lymphsystem anregen.

Wenn ich bei meinen neurologischen Untersuchungen feststelle, dass die Kinder Koordinationsprobleme beider Gehirnhälften haben, therapiere ich diese mit einer Methode, die sich ?Brain-Gym? nennt. Dabei werden die Gehirnhälften durch Überkreuzbewegungen der Extremitäten angeregt, besser zusammenzuarbeiten. An der hiesigen Volkshochschule und in einer Grundschule in Hamburg gebe ich Konzentrationstrainings-Kurse. Diese beinhalten kindgerechtes Autogenes Training, oben erwähntes Brain-Gym, Traumreisen und Konzentrationsspiele.

Bei starken Koordinationsstörungen arbeite ich in meiner Praxis spezielle Programme aus, die zweimal täglich drei bis fünf Minuten durchgeführt werden müssen. Wichtig ist es, den Eltern Erziehungshilfen an die Hand zu geben .Viele Eltern müssen erst lernen, in der Erziehung wirklich konsequent zu sein. Das ist für diese Kinder äußerst wichtig.

Zu mir kommen zwar überwiegend Kinder. Es konsultieren mich aber auch viele Erwachsene, um ihre Allergien behandeln zulassen. Dies geschieht auf die gleiche Weise wie die Allergie- und Pilzbehandlung bei den Kindern.

Es ist immer eine große Freude für mich, miterleben zu dürfen, wie es dem Großteil der Kinder von Behandlung zu Behandlung besser geht. Reich wird man in dem Beruf des Heilpraktikers sicher nicht. Es ist aber eine sehr abwechslungsreiche und befriedigende Aufgabe, die ich nicht mehr missen möchte.

Praxisinfos : http://www.ingrid-dietel.de