Am Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD -- www.daad.de) führt kaum ein Weg vorbei -- zumindest für diejenigen, die sich für einen Auslandsaufenthalt interessieren. Und dies gilt nicht nur für Studierende, denn auch für Postgraduierte und Postdoktoranden hält der DAAD eine Reihe von Stipendien bereit. Grund genug für Next Wave, diesen Teil des DAAD-Internetauftritts einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Aufgabenfelder des DAAD umfassen weit mehr als "nur" die Förderung junger Deutscher. Etwa 25% des ca. ? 240 Millionen schweren Haushaltes (Angaben für 2001) werden für die Individualstipendien für Deutsche aufgewandt. Etwas mehr, nämlich ca. 27% des Budgets, veranschlagt der DAAD in Stipendien für Ausländer, die nach Deutschland kommen. Auch die Ausgaben für die Internationalisierung deutscher Hochschulen liegen bei fast einem Viertel des Gesamthaushaltes, während das letzte Viertel des Kuchens auf die Förderung der Germanistik und der deutschen Sprache im Ausland (ca. 15%) sowie die Bildungszusammenarbeit mit Entwicklungsländern (ca. 10%) entfällt. Insgesamt hat der DAAD 2001 ? 58 Millionen an Stipendienmitteln für deutsche Studierende und Wissenschaftler ausgeschüttet. Die Mittel des DAAD stammen übrigens zum überwiegenden Teil aus den Haushalten des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ( BMBF).

Unter der Rubrik " Studieren, Forschen und Lehren im Ausland" geht es dann ins Eingemachte. Wer sich vorher noch nie mit der Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes befaßt hat, sollte zunächst einmal den " Tipps vorab und allgemeinen Hinweisen" Länderinformationen erst einmal ausführlich schlau lesen. Die Favoriten der Antragsteller sind seit Jahren England, Frankreich und natürlich die USA.

Wichtig ist auch zu klären, ob sich der Sinn und Zweck des Auslandsaufenthaltes am ehesten mit einem (Zusatz-) Studium, einem Forschungsaufenthalt oder einem Praktikum erfüllen läßt. Hierbei können auch Gespräche mit Kommilitonen, Dozenten oder im Akademischen Auslandsamt der Hochschule helfen. Da die Bedeutung von berufsbezogenen Praktika nicht zu unterschätzen ist, bieten die Internetseiten des DAAD ausführliche Informationen über Auslandspraktika.

Kernstück aber der DAAD-Informationen ist zweifelsfrei die Stipendiendatenbank. Hier lassen sich über einige Abfragekategorien schnell und ganz individuell geeignete Stipendien von verschiedenen Anbietern finden. Eine Abfrage für Graduierte und Promovierte mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften und dem Zielland Frankreich ergibt derzeit nicht weniger als 23 verschiedene Stipendienmöglichkeiten, für die USA sind es sogar 26. Anschließend kann man sich das passende Stipendium aussuchen, denn es wird eine große Vielfalt zu Tage gefördert: Von Kurzstipendien für Forschungsaufenthalte bis zum ? 25.000 schweren "Tchibo"-Stipendium oder dem DFG-Emmy-Noether-Programm ist alles dabei. Zu jedem dieser Stipendien findet man mit einem weiteren Klick die notwendigen Informationen über Dauer, Höhe und Antragstellung. Wer trotz Stipendiendatenbank noch nicht erfolgreich gewesen ist, sollte nicht sofort verzweifeln, denn der DAAD weist zusätzlich noch auf andere Fördermöglichkeiten hin, z.B. EU-Programme oder das Auslands-BAFöG.

DAAD-Internetauftritt auf einen Blick

Da junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht immer nur gen Westen schielen sollten, wenn es um Auslandsaufenthalte geht, hat der DAAD im letzten Jahr die Initiative " Go East!" ins Leben gerufen. Diese Kampagne hat das Ziel, mehr deutsche Studierende und Graduierte für einen Studien- und Forschungsaufenthalt in Osteuropa, Südosteuropa und den Ländern der GUS zu gewinnen. Eine erste Ausschreibungsrunde im April 2002 brachte eine positive Resonanz: Insgesamt wurden 133 Anträge bewilligt und 555 Personen (470 Studierende und 85 Graduierte) gefördert. Gegenwärtig laufen weitere aktuelle Ausschreibungen im Rahmen dieses Programms.

Insgesamt bietet der Internetauftritt des DAAD eine Fülle an Informationen -- alleine aus diesem Grund lohnt sich der Besuch schon. Aufgrund dessen, was der DAAD selbst als "verwirrende Vielfalt" der Aufgaben bezeichnet, besteht durchaus die Gefahr, daß man sich in diesen Informationen ab und zu verirrt, aber dank guter Navigation findet man in der Regel schnell wieder auf den richtigen Weg zurück. Wer einen Auslandsaufenthalt vorbereiten will, sollte damit zwölf bis 18 Monate vorher anfangen -- neben den Akademischen Auslandsämtern bietet auch die DAAD-Präsenz einen guten Einstieg. Allerdings verhält es sich dann ähnlich wie mit der Vorbereitung des gesamten Aufenthaltes: Man sollte viel Zeit investieren, um letztendlich wirklich sicher zu sein, auch alle Informationen und insbesondere die Bewerbungsfristen gelesen zu haben. Ein kurzes "Vorbeisurfen" reicht nicht aus.