Editor's note: Are There any Maidens Present? In Germany, a paltry 7% of professorships are obtained by women. In this article Petra Missomelius reflects on gender issues and reports on a Frankfurt symposium, "The Exception or the Rule? - Gender Equality [in practise] in Politics and Science". (Reprinted with permission from These magazine)
![]() Die Tagung der PDS-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung am 27. und 28. Juni 2003 beschäftigte sich in acht Arbeitsgruppen mit verschiedenen Aspekten der Gender-Thematik. Eine Arbeitsgruppe mit dem Titel "Gender in Lehre und Forschung - Ausnahme oder Regel?" widmete sich explizit dem Thema Hochschule. Den Schwerpunkt der AG bildete die Vorstellung von Gender Studies-Studiengängen und deren Schwierigkeiten und Voranschreiten. Dr. Christine Katz und Mitarbeiterin Tanja Mölders (Uni Lüneburg) berichteten im Zusammenhang mit dem BMBF-Forschungsprojekt "Qualifizierung im Themenfeld? Gender und Nachhaltigkeit'" von den Möglichkeiten und Problemen von Wissenschaftlern, die im Bereich Gender Studies arbeiten. Die Gender-Forschung stoße auf Akzeptanzprobleme, die einerseits mit ihrem interdisziplinären Anspruch einhergingen, andererseits in der Struktur des (deutschen) Wissenschaftssystems bedingt seien, die eine Ansiedelung der Gender-Forschung erschwere. Die "Heimat" der Gender-Forschung, die Geistes- und Sozialwissenschaften, lassen, so Katz, keine wirklichen Umsetzungen der Erkenntnisse der Gender-Forschung erkennen. Die naturwissenschaftlichen Disziplinen hingegen grenzten diese aus bzw. ignorierten sie. Weiterqualifikationschancen von Genderforschern seien besonders in diesem Bereich gering.
Die erfolgreiche Einrichtung des in Deutschland bislang einmaligen Magisterstudienganges Geschlechterstudien/ Gender Studies an der Humboldt-Universität Berlin konnte Frau Ilona Pache darstellen. 1997 gegründet, verfügt der Studiengang über rund 500 Studierende (davon 15% männlich) in Haupt- und Nebenfach und kooperiert mit 20 Fächern. Seit Juli 2003 ist der Studiengang mit dem Zentrum für interdisziplinäre Frauenforschung (ZiF) in das "Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien"2 zusammengeführt. Als Teil der Philosophischen Fakultät ist es schließlich mit eigenen Entscheidungsgremien und Ressourcen ausgestattet. Hinsichtlich der Finanzen wusste Frau Pache davon zu berichten, dass die dortige Studiendekanin über ein jährliches Budget zur Prämierung von Best-Practice-Lehrveranstaltungen eines Jahres verfüge. Ausschlaggebend seien hierbei innovative Konzepte sowie die Berücksichtigung von Genderaspekten. Diese Gelder fließen wieder in die Lehre, indem sie z. B. in Ringvorlesungen oder die Organisation von Tutorien investiert würden. Die Bemühungen, Gender Studies zu einem festen Bestandteil in Lehre und Forschung zu machen, schreiten langsam voran, dies ist jedoch derzeit nicht als Regel zu bezeichnen. Die Thematik "Gender in Forschung und Lehre" wurde in Frankfurt lediglich auf der Ebene der theoretischen Erforschung an Gender-Studienzentren behandelt, konkrete Formen der Förderung von Geschlechtergerechtigkeit an der Hochschule wurden leider nicht thematisiert. Die Förderung von Frauen innerhalb der Hochschulen wird kaum als unmittelbare Aufgabe der Zentren für Gender Studies begriffen. Hier verweist man im Allgemeinen auf die Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen. Eine akademische Nachwuchsförderung leisten die Zentren insofern, als sie (inhaltlich auf Geschlechterforschung ausgerichtete) Forschungsprojekte akquirieren, die wiederum Doktorandinnen Tätigkeitsfelder eröffnen. Doch noch werden nur 35% der Promotionsarbeiten von Frauen vorgelegt. Ein radikaler Bruch findet mit der Beendigung der Promotion oder mit der Familienphase statt. So zählt der akademische Mittelbau weniger Frauen, Forschung und Lehre erscheinen noch immer als Männerdomänen.
Quelle: www.destatis.de 2002, © Statistisches Bundesamt Deutschland Deutschland leistet es sich, gerade mal 11% der Lehrstühle an Professorinnen zu vergeben, auf C4-Professuren finden sich lediglich 7,7%. Damit ist die kontinuierliche Benachteiligung bei der Partizipation von Frauen in der Wissenschaft gewährleistet: Die Wichtigkeit der Vorbildfunktion ist hinlänglich bekannt. Weibliche Vorbilder, mit denen sich Studentinnen identifizieren können, sind notwendig, um eine positive Prägung dieses Berufsbildes, aber auch des Faches zu gewinnen. Bund und Länder streben bis 2005 eine 40% Beteiligung von Frauen auf allen Ebenen der wissenschaftlichen Qualifikation an - obwohl sich das System bislang als immun gegen Reformversuche erwiesen hat.3 Will man dieses Ziel dennoch erreichen, so werden deutliche Strukturveränderungen unerlässlich sein. Um die notwendigen Änderungen zählebiger Grundstrukturen herbeizuführen, kommt es auf das streitbare Eintreten von Frauen und mit ihnen verbündeten Männern an. Als Neuling bei THESIS bin ich auf Diskussionen zu diesem Themenfeld gespannt und möchte anregen, einen Forderungskatalog für Maßnahmen zur Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Forschung zu erarbeiten. Hierzu werde ich in der nächsten Zeit einen Vorschlag auf der THESIS-Mailingliste Hochschulpolitik posten und bin neugierig auf Eure Erfahrungen, Ideen und Einschätzungen.
Nach: Monty Python's "Life of Brian" (1979, Regie Terry Jones) Das Fachprogramm Chancengleichheit des Hochschul- und Wissenschaftsprogramms soll die Erreichung dieses Ziels finanziell unterstützen. Weiterführende Informationen sind zu finden über das Center of Excellence - Women and Science Editor's note: This year, Next Wave will run a continuing series on Women in Science in Germany. If you would like to hear or write about a particular issue please email your ideas to Anne Forde, Next Wave's Correspondent in Germany. |
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