
W illkommen bei Dr. Rat!
Ich möchte heute folgende Fragen beantworten:
2. Ich möchte im Fach Geowissenschaften in England promovieren. Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
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Liebe Fragestellerin,
die Antwort auf diese Anfrage ist alles andere als leicht und womöglich nur in einem persönlichen Gespräch zu klären. Prinzipiell solltest Du Dich fragen, mit welchem Ziel Du promovierst. Wenn Du eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen willst, ist es von Vorteil, auf einer Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin zu promovieren. Wenn Dein späteres Tätigkeitsfeld eher im Praxisbereich sein soll, dann ist der Weg der externen Promotion mindestens äquivalent zu einer Mitarbeiterstelle.
Bei einer externen Promotion sollte man immer bedenken, daß die Anbindung an den Lehrstuhl unter Umständen schwierig ist. Gerade im Zusammenhang mit Wissensaustausch, aber auch mit Hilfestellungen bei Alltagsproblemen, z.B. bei Sackgassen oder Schreibblockaden, ist man in seinem eigenen Kämmerlein viel zu häufig auf sich selbst angewiesen. Ist kein hohes Maß an intrinsischer Motivation vorhanden, kann es schnell passieren, daß man sein Vorhaben immer nur vor sich herschiebt. Andererseits steht man als externe Doktorandin nicht so sehr "unter der Fuchtel" des Doktorvaters oder der Doktormutter, was mehr Freiheiten bedeuten kann. Dies kann sich mitunter positiv auf die Arbeit auswirken.
Lieber Interessent,
Deine erste Anlaufadresse sollte der DAAD sein. In der Stipendiendatenbank [3] kannst Du sehen, welche Fördermöglichkeiten für Dich bestehen. Wenn das Thema in den Geowissenschaften einen Umweltbezug hat, könnte auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ( DBU [4]) mit ihrem Stipendienprogramm von Interesse sein. Bei der DBU muß die Promotion aber an einer deutschen Hochschule erfolgen, d.h. Dein Erstbetreuer müßte aus Deutschland sein.
Marie-Curie-Stipendien werden nicht von einer Stiftung vergeben, sondern über die europäische Kommission finanziert. Im neuen 6. EU-Forschungsrahmenprogramm werden Nachwuchswissenschaftler in zwei Gruppen unterteilt - prinzipiell nach Doktoranden und Postdoktoranden. Als Doktorand kann man sich allerdings nicht direkt bei der EU-Kommission auf ein Stipendium zu bewerben, sondern nur bei den von der Kommission geförderten Instituten. Hierfür ist die erste Bewerbungsrunde gerade zu Ende gegangen, so daß wahrscheinlich ab Herbst mit den ersten Ausschreibungen für Doktorandenstellen zu rechnen ist. Sowie es nähere Informationen gibt, findest Du diese bei der Kowi [5] oder aber auch bei Next Wave.
Lieber Ratsuchende,
die formalen Kriterien ergeben sich meist aus den jeweiligen Bewerbungsunterlagen. Dabei ist zwischen einem Exposé und einem vollständigen Antrag zu unterscheiden. Ein Exposé ist in der Regel drei bis fünf Seiten lang; ein kompletter Antrag - er kann auch ein Exposé enthalten - meist zehn bis zwanzig Seiten. Die inhaltlichen Anforderungen werden von den Geldgebern immer in den jeweiligen Unterlagen beschrieben, aber im wesentlichen sind gefordert: eine präzise Ausarbeitung der Fragestellung, basierend auf dem aktuellen Stand der Forschung und der Darlegung des Forschungsbedarfs, der gewählte Forschungsansatz, ein Zeit- und ein Kostenplan sowie die zugrundegelegte Literatur. Es kann in der Regel auch nicht schaden, in einigen Sätzen etwas zur persönlichen Motivation für dieses Thema und das Promovieren zu schreiben.
Links:
[1] mailto:doktorat@aaas.org
[2] http://sciencecareers.sciencemag.org/career_magazine/previous_issues/articles/2003_06_27/noDOI.12999668982475176429
[3] http://www.daad.de/ausland/de/3.4.1.html
[4] http://www.dbu.de
[5] http://www.kowi.de